Gebrauchte Elektroautos: Verschleißtest vor dem Kauf

Elektroautos haben gemessen an Benzin- oder Dieselfahrzeugen wegen der teuren Akkus einen hohen Preis. Darum überlegt mancher die Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs. Nachfolgend erfährt man, was vor dem Kauf eines Elektrowagens aus zweiter Hand bedacht werden sollte.

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Verschleiß: Verschiedene Anfälligkeit

Einige Teile sind beim herkömmlichen Auto besonders anfällig für einen Verschleiß und bedürfen spezieller Achtsamkeit. Dazu gehören die Scheiben, Trommeln und Backen der Bremsen, die Reifen und Felgen, die Batterie und die Zündkerzen sowie Antriebsriemen, Stoßdämpfer, das Auspuffsystem und die Kupplung. Bei einem Elektroauto müssen weder die Auspuffanlage noch die Kupplung wegen Verschleiß ersetzt werden. Auch die Abnutzung der Bremse fällt geringer aus als beim Benzinfahrzeug. Das Elektroauto ist zudem weniger anfällig, weil es ohne Getriebe, Schalldämpfer, Katalysator und Lichtmaschine auskommt. Dennoch finden sich auch bei den Elektrofahrzeugen Teile, die für einen Verschleiß anfällig sind.

Darauf ist beim Kauf eines gebrauchten Modells zu achten:

Schwachstellen beim Elektrofahrzeug: Wer mit einem Fahrzeug aus zweiter Hand liebäugelt, sollte vor allem auf jene Funktionen achten, bei denen sich eine Abnutzung besonders bemerkbar macht. Dies gilt zunächst für das Fahrwerk und die Lenkung. Doch auch die Bremsen und die Elektrik sollten genau auf ihren Gebrauchszustand geprüft werden. Wer dies selber tun will, muss allerdings mit der modernen Hochvolttechnologie für Elektroautos gut vertraut sein. Sollte man hier keine Kenntnisse haben, zieht man am besten einen Fachmann aus einer seriösen Werkstatt hinzu. Er kann den Grad des Verschleißes der einzelnen Teile einschätzen und damit den realen Wert des Fahrzeugs beurteilen.

Zwar ist ein Elektromotor einfacher als ein Verbrennungsmotor konstruiert, was durch geringere Fehlerquellen meist eine höhere Lebensdauer bedeutet. Doch beträgt die Funktionstüchtigkeit vieler Akkus lediglich zwischen drei und fünf Jahren. Diese sind die eigentliche Schwachstelle der Elektroautos. Gerade wenn man viel unterwegs ist und häufig Schnellladestationen benutzt, kommt es zu einem besonders hohen Abnutzung der Akkus, da bei ihrem raschen Aufladen erhebliche Ladeverluste entstehen können, die zu stärkerem Verschleiß führen.

Was tun, wenn Mängel später auftreten?

Wie bei den gebrauchten Benzinautos hat man bei Elektrofahrzeugen die Möglichkeit des Rücktritts vom Kaufvertrag, einer Minderung des Preises oder eines Schadenersatzes, wenn ein so genannter Sachmangel vorliegt. Dies ist dann der Fall wenn das Fahrzeug sich wegen eines erkennbaren Defekts nicht zur gewöhnlichen Verwendung eignet. Der normale Verschleiß, den ein gebrauchter Elektrowagen des entsprechenden Alters aufweist, ist kein solcher Grund. In der Regel darf der Verkäufer einen Mangel nachbessern, wobei er selber wählen kann, welche Werkstatt den Defekt behebt.

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