Feinstaubbelastung durch Reifenabrieb

Tag für Tag fahren mehr als 50 Millionen Autos auf deutschen Straßen. Bei einer Anzahl von vier Rädern wird demnach von über 200 Millionen Reifenabrieb produziert. Dieser Abrieb entsteht aufgrund der Rollreibung des Reifens auf der Straße. Wie stark der Abrieb letztlich ausfällt, hängt von der Fahrweise, dem Fahrzeuggewicht, dem Straßenbelag sowie der Qualität des Reifens ab.

Feinstaubbelastung durch Reifenabrieb

Feinstaubbelastung durch Reifenabrieb

Insbesondere für Letzteres gilt, dass No-Name-Reifenmarken häufig einen erhöhten Abrieb haben, sich somit schneller abnutzen als hochwertige Modelle und Autofahrer nicht sparen, weil Sie vergleichsweise häufiger die Reifen wechseln müssen. Demnach sollte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bekanntheit des Produktes geachtet werden. Tipp: Ein Indiz, ob es sich um einen guten Reifen handelt sind die ADAC Reifentests. Reifen wie der Alpin A4 von Michelin oder Hankook-Modelle haben eine gleichbleibend hochwertige Qualität.

Ganz ohne Abrieb ist Autofahren jedoch nicht möglich, zumal das Auto einen gewissen Schlupf benötigt um sich überhaupt fortbewegen zu können. Der beim Führen eines Fahrzeugs entstandene Abrieb wird entweder von anderen Reifen aufgenommen oder bei Regen weggespült. Eine (geringe) Gefahr für die Umwelt stellen größere Partikel wie etwa der Großstaub dar, da diese zusammen mit weiterem Schmutz in die Kanalisation gelangen. Darüber hinaus ist dieser Großstaub an Kautschuk gebunden. Ein deutlich höheres Umweltrisiko hingegen stellt der Feinstaubabrieb dar.

Feinstaub wird nicht umsonst auch als Gummimehl bezeichnet. Zwar hat die Bundesregierung in letzten Jahren Grenzwerte für bestimmte Feinstaubfraktionen eingeführt und Feinstaubschutzzonen eingerichtet, die nicht mehr von Fahrzeugen ohne Partikelfilter genutzt werden dürfen. Dennoch bleiben gewisse Belastungen auf hohem Niveau, zumal auch noch andere Feinstaubquellen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen. Eine hiervon ist der soeben angesprochene Reifenabrieb, eine weitere der Abrieb durch das Bremsen des Fahrzeugs.

Im Gegensatz zu Dieselruß, wird der Reifen- und Bremsabrieb von jedem Auto verursacht. Und dieser lässt sich auch nicht vermeiden oder filtern. Der anfallende Reifenabrieb wird hierzulande nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auf 60.000 bis 100.000 Tonnen pro Jahr geschätzt. Diese Belastung wurde durch die BASt für jede Fahrzeugklasse analysiert und anhand folgender Werte festgehalten:

Pkw: 53 bis 200 Milligramm je Kilometer
Lkw: 105 bis 1.700 Milligramm je Kilometer
Sattelzug: 1.000 bis 1.500 Milligramm je Kilometer

Wird berücksichtigt, dass die aktuelle Partikelgrenze für Dieselfahrzeuge gemäß der Abgasnorm Euro 4 gerade einmal 25 Milligramm je Kilometer beträgt, wird deutlich, wie bedenklich diese Werte sind. Nach Abzug des Grobstaubs, verbleiben etwa 10% echter Feinstaub. Etwa 5 bis 15% aller Feinstaubemissionen können laut Umweltbundesamt (UBA) dem Reifenabrieb zugeschrieben werden.

Die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub sind ernst zu nehmen und reichen von verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen bis hin zu Entzündungen der Atemwege. Verantwortlich hierfür sind u.a. in den Reifen enthaltenen Stoffe wie Ruß, Weichmacher, Cadmium, Lichtschutz- und Alterungsmittel sowie die als krebserregend geltenden PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Da der Umweltaspekt für Autofahrer sowie Fahrzeugindustrie immer wichtiger geworden ist, haben zahlreiche Reifenhersteller ihre Produktpalette um das Sortiment der Öko- bzw. Energiesparreifen erweitert. Neben der Performance unterscheiden sich die Grünen Reifen vor allem hinsichtlich der Reifenmischung von gewöhnlichen Reifen. Die spezielle Gummimischung senkt den Rollwiderstand und macht den Reifen insgesamt leichter.

Anstelle der umweltschädlichen Rußpartikel, setzen die Produzenten zunehmend bei Eco-Reifen auf den Keramikbaustoff Silika. Denn Silika erzeugt bei der Verarbeitung und Gewinnung keine Nebenprodukte. CO2 entsteht nämlich erst bei Temperaturen von 1.500 Grad Celsius. Den Öko-Reifen wird ferner auch ein weiterer Zusatzstoff namens Silane beigemischt. Hierbei handelt es sich um einen Feststoff, welcher aus Silizium und Wasserstoff besteht. Auch auf der Straße erweisen sich Reifenmischungen mit Silika und Silane als umweltfreundlich.

Denn beide Stoffe können erst bei hohen Temperaturen verbrannt werden und setzen ferner als Reststoffe lediglich harmloses Stickstoff, Sand sowie Wasser frei. Derweil feilen die Hersteller von Energiesparreifen an neuen umweltfreundlichen Materialien. Die Reifen der Zukunft könnten so etwa aus Sojabohnen oder Löwenzahn bestehen.

Wer klimaschonend Auto fahren möchte, sollte nicht einen beliebigen Pneu wählen, sondern sich für einen Öko-Reifen entscheiden. Die Hersteller verwenden hierbei ganz unterschiedliche Bezeichnungen, wie Energy Saver oder EcoContact. Derartige Reifen entlasten dabei oft nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel, da sie den Spritverbrauch aufgrund des optimierten Rollwiderstands zu senken vermögen.

 

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